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Diakonie gründet Netzwerk "Sucht im Alter"

01.10.2015

Neue Ansprechpartnerin im Kompetenznetzwerk „Sucht im Alter“ ist Beate Plöger (links). Das Netzwerk wurde jetzt von Leitern und Mitarbeitern der Fachbereiche Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werkes in Stadt und Landkreis Osnabrück, der Altenhilfe des Diakoniewerkes Osnabrück und des ev.-luth. Kirchenkreises sowie Landesreferenten auf den Weg gebracht. Foto: Petra Pieper

NOZ 1.10.2015

Georgsmarienhütte. Etwa 400 000 Menschen über 60 Jahren sind alkoholabhängig, etwa 1,2 Millionen medikamentenabhängig. Jetzt hat die Diakonie in Stadt und Landkreis Osnabrück ein Kompetenznetzwerk "Sucht im Alter" ins Leben gerufen.


Die Diakonie in Niedersachsen verfügt über langjährige Erfahrung in der Suchtberatung und -behandlung, insbesondere auch in der Behandlung älterer Menschen mit Suchtmittelabhängigkeit. So gibt es bereits seit knapp zehn Jahren ein spezielles Behandlungsangebot für Senioren in den Fachstellen für Sucht und Suchtprävention unter anderem in Osnabrück, Georgsmarienhütte, Bramsche und Melle (www.klaraktiv.de ).

Aufbauend auf den ermutigenden Erfahrungen dieser Arbeit plant die Diakonie, nun auch Menschen in der stationären und ambulanten Altenhilfe der Diakonie Angebote zur Suchtprävention und -behandlung zu machen. Während einer Fachtagung in Georgsmarienhütte wurde der Aufbau eines entsprechenden Kompetenznetzwerks beschlossen. Darin bündeln die Fachbereiche Suchthilfe und Altenhilfe ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen. (Weiterlesen: Viele Pflegeheime betroffen - Interview mit der Bundesdrogenbeauftragten Mechthild Dyckmans)

Erhöhte Suchtgefahr im Alter
Unterstützung findet diese Idee auch auf Landesebene. "Wir wollen die Lebensqualität älterer Menschen erhöhen", sagte Roland Johannes, Geschäftsführer der Evangelischen Landesarbeitsgemeinschaft für Suchtfragen in Niedersachsen. Die Gefahr, in eine Sucht zu geraten, sei für Ältere erhöht, warnte Frank Pipenbrink vom Landesreferat Pflege/Altenhilfe: Wegen eines veränderten Stoffwechsels würden Senioren weniger Alkohol oder psychoaktive Medikamente vertragen. Zudem häuften sich im Alter Lebenskrisen und Belastungen durch die Pflege oder den Tod des Partners; viele Menschen seien vereinsamt.

Mitarbeiter in der stationären und ambulanten Altenhilfe der Diakonie werden künftig besonders geschult, damit sie Fälle von Suchtmittelabhängigkeit besser erkennen und sensibel mit den Betroffenen darüber sprechen können. In Zusammenarbeit mit Ärzten und Apothekern soll darauf hingearbeitet werden, dass die Dosierung psychoaktiver Medikamente möglichst gering gehalten und der Genuss von Alkohol reduziert wird.

Investition: 250000 Euro
Die Diakonie in Niedersachsen finanziert in drei Projektregionen in Niedersachsen, in Osnabrück, Celle und Diepholz, jeweils eine halbe Stelle für Sozialtherapeuten, die vor Ort als Ansprechpartner fungieren und in der Mitarbeiterschulung aktiv werden. Eine erfahrene externe Moderatorin führt Ideen und Erfahrungen der drei Regionen zusammen. Dafür investiert das Diakonische Werk 250000 Euro, verteilt auf zwei Jahre."

Man ist nie zu alt, sein Verhalten zu verändern", macht Klaus Polack von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Georgsmarienhütte deutlich. Die Teilnehmer an diesem psychotherapeutischen Programm sind zwischen 55 und 80 Jahre alt.

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