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Nicht die Finger verbrennen

26.10.2015
Nicht die Finger verbrennen

„Finger weg“, damit das Glücksspiel nicht in die Abhängigkeit führt. Georg Weitekämper und Annette Forgber führten die Karten-Aktion der Diakonie Suchtberatung in Oesede durch. Foto: Bärbel Recker-Preuin

NOZ 26.10.2015

Georgsmarienhütte. "Finger weg!" Das lasen vor Kurzem einige hundert Marktbesucher und Schüler des Gymnasiums und der Realschule Oesede. Da bekanntlich Verbotenes den Reiz erhöht, nahmen viele die Karte mit dieser Aufschrift trotzdem in die Hand. Genauso hatten es sich die Mitarbeiter der Suchtberatungsstelle der Diakonie auch gedacht. Denn auf der Rückseite offenbarte sich die eigentliche Botschaft, nämlich eine Warnung vor den vielen Varianten des Glücksspiels.


Sie waren nicht zu übersehen, die pechschwarzen Karten mit dem provokanten weißen Aufdruck "Finger weg!". Sie lagen auf dem Straßenpflaster mitten in Oesede, auf dem Schulhof oder wurden direkt in die Hand gedrückt. Wer die Karten aufhob - und das waren die meisten - las auf der Rückseite das Anliegen. Dort war als Postkartengruß die Geschichte von Marcel aufgeschrieben, der den Fußballwettschein nicht liegen lassen konnte. Sportwetten, Pokern und online-Spiele machen nur den Anbieter reich, immer mehr Spieler dagegen arm und unglücklich, so die Aussage.

Aktion gegen das Glücksspiel
Anlässlich der bundesweiten Aktion zur Prävention gegen die Glücksspielsucht hatte die Diakonie-Suchtberatungsstelle am Kasinopark den "Kartentrick" übernommen und damit die Aufforderung zum Aufheben und Nachdenken gegeben.

76000 Menschen in Niedersachen haben ein Problem mit dem Glücksspiel, in Georgsmarienhütte sind es ungefähr 180 Personen, die gefährdet oder bereits vom Spiel abhängig sind. Weil die Sportwetten, die Wettbüros und Online-Angebote immer vielseitiger und leichter zugänglich werden, griff die Suchtberatung mit dem Kartenwegwerfen zur ungewöhnlichen Maßnahme.

Resonanz ungewiss
Ob die Aktion nun erfolgreich verlief, lasse sich wohl nicht ermitteln, so Suchtberater Georg Weitekämper. "Es reicht, wenn der eine oder die andere auf die Gefahren des Spielens aufmerksam wurde und das Verhalten reflektiert", so Weitekämper. Wer die Karte genauer betrachtete, fand statt Briefmarke einen QR-Code, der per Smartphone direkt zur Homepage der Suchtberatung führt. Von dort ist es nicht mehr weit zur Einzelberatung oder zur Gruppe, in der sich etwa zehn ehemalige Spieler zwischen 20 und 50 Jahren treffen und die "game over" beschlossen haben.

Die Suchtberatung am Kasinopark ist eine von 24 Standorten in Niedersachsen, die mit Fachkräften zur Therapie und zur Glücksspielprävention besetzt ist. Häufig ist es ein bestimmtes Ereignis, das deutlich macht, dass aus dem schnellen Spiel eine Abhängigkeit geworden ist, wenn sich zum Beispiel die Schulden summieren oder Familie, Beruf und Schule vernachlässigt werden.

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