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Suchtprävention auf Russisch | Профилактика наркомании на русском языке

03.05.2017
Das deutsch-russisch sprachige Team der Diakonie Suchtberatung: v. li. Daniela Raifschneider, Olga Schneider, Natalie Ruder, Vitali Gorbovytsky, Maria Bauder, Irena Jekel und Klaus Polack.

Das deutsch-russisch sprachige Team der Diakonie Suchtberatung: v. li. Daniela Raifschneider, Olga Schneider, Natalie Ruder, Vitali Gorbovytsky, Maria Bauder, Irena Jekel und Klaus Polack.

P r e s s e m i t t e i l u n g

pm. Osnabrück.

Die Sprache ist nicht nur das beste Mittel der Integration, sondern auch der Problembewältigung. Die Diakonie Fachstellen für Suchtberatung in Osnabrück und im Landkreis bieten deshalb seit zwanzig Jahren zweisprachig Hilfe für russisch sprechende Menschen an. Fünf Fachkräfte begleiten in dieser Sprache auf dem Weg aus der Abhängigkeit.

Als vor gut 25 Jahren Aussiedler aus russisch sprachigem Raum nach Deutschland übersiedelten, reagierte die Diakonie Suchtberatung und holte sich russisch sprechende Mitarbeiter ins Team. Auch nach zwanzig Jahren sei Suchtbegleitung in russischer Sprache ein erfolgreiches Angebot, teilt Klaus Polack, Geschäftsbereichsleiter Suchthilfe im Diakonischen Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück, mit. „Mit unseren Mitarbeitern können wir jede Unterstützung – von der ersten Beratung bis hin zur MPU-Vorbereitung und Substitutionstherapie - in russischer Sprache anbieten“, ergänzt Daniela Raifschneider, Fachstellenleiterin in Bramsche. Anfangs startete die Suchtberatung in Belm und Osnabrück mit russisch sprachiger Substitutionsbehandlung und psychosozialer Begleitbetreuung drogenabhängiger Menschen, fünf Jahre später gab es die erste Therapiegruppe in russischer Sprache in Georgsmarienhütte. Damals sei für viele Aussiedler die Erwartung an die neue Heimat zu hoch gesteckt gewesen, hinzu kamen die Trennung von Familie und Freunden, die häufig in die Abhängigkeit von Alkohol und Drogen geführt hätten, weiß Daniela Raifschneider.

Als die Diakonie Suchtberatung vor zwanzig Jahren ihre zweisprachige Arbeit begann, hatten fast 60 Prozent aller betreuten Drogenabhängigen einen russisch sprachigen Migrationshintergrund. Seit einigen Jahren liegt der Anteil konstant bei 14 Prozent.

Die zweisprachigen Mitarbeiter Irena Jekel, Natalie Ruder, Olga Schneider, Maria Bauder, Daniela Raifschneider und Vitali Gorbovytsky finden leichter den persönlichen Zugang für die Hilfe aus der Sucht. Ihre Erfahrung zeigt: die Betroffenen und ihre Angehörigen sprechen ihre Sucht- und Sozialprobleme am liebsten in ihrer Muttersprache an.

Auch zwanzig Jahre nach dem Zuzug nach Deutschland ist die Substitution eine unverzichtbare Säule der Suchttherapie, versichert Maria Bauder. Seit 18 Jahren leitet die Ärztin die Substitutionsambulanz des Diakonischen Werkes in Stadt und Land Osnabrück, das heißt: sie behandelt Drogenkranke mit Ersatzstoffen. „Die Menschen haben während der Substitutionsbehandlung ihr Leben neu aufgebaut, sie haben ihre Familie, ihren Arbeitsplatz und ihr Haus. Würde die Substitution aussetzen, würden Viele alles verlieren“, so Maria Bauder. Natürlich können russisch sprachige Menschen wählen, in welcher Sprache sie Hilfe erhalten möchten. „Beides – auf Deutsch oder Russisch – ist möglich“, so Klaus Polack. Die Hauptsache ist, dass das Gespräch stattfindet, am besten in der Sprache, in der Probleme am einfachsten über die Lippen kommen.

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