Online- /Mediensucht
Das Thema „Onlinesucht“ ist seit 2007 auch für uns zu einem sehr wichtigen Thema geworden.
Unter Onlinesucht oder Computerabhängigkeit versteht man die exzessive Nutzung des Mediums
Computer. Die Onlinesucht ist noch nicht als eine Sucht im ICD-10 oder DSM-IV anerkannt,
jedoch ist die Auseinandersetzung mit dem Thema unausweichlich. Nach ersten wissenschaftlichen
Studien sind bereits 3,2 Millionen der 60 Millionen Internetnutzer in Deutschland
von der Onlinesucht betroffen.
Dabei machen nicht das Internet oder der Computer selber abhängig, sondern die Tätigkeiten, die darin ausgeübt werden. Darunter fallen Verhaltenssüchte wie Spielsucht, Sexsucht, Kommunikationssucht, Informationssucht und der exzessive Handel über das Internet. Ebenso kann der überdurchschnittliche Gebrauch des Handys mit einem vermehrten Schreiben von Kurznachrichten zu den Verhaltenssüchten gezählt werden.
Die Betroffenen sind in allen Altersklassen anzusiedeln und unabhängig vom Geschlecht. Dazu
ist zu sagen, dass im Jugendalter mehr Jungen und im steigenden Alter vermehrt weibliche Internetnutzer Betroffen sind.
Die Folgen der Onlinesucht ähneln denen der stoffgebundenen Süchte. Es kommt zu:
- einer Einengung der Verhaltensmuster,
- einer Regulation von negativen Affekten
- Toleranzentwicklung
- Entzugserscheinungen bei Ausbleiben der Tätigkeiten
- Reduzierung der Nutzungszeiten.
Der Betroffene zieht sich immer mehr in die Welt des Internets zurück und baut sich dort eine fiktive Wirklichkeit auf. Durch die Sucht kann es zu einem Verlust des Arbeitsplatzes kommen, und ganze Familie zerbrechen an den Folgen.
Gerade Eltern bekommen zu ihren Kindern keinen Zugang und wissen nicht mehr, was sie noch
tun können. Betroffene haben unter den extremen Folgen der Onlinesucht zu leiden, haben aber
Hemmungen, sich offen zu der Sucht zu bekennen. Bis zum heutigen Zeitpunkt wird die Onlinesucht
nicht immer als solche erkannt, und Betroffene fühlen sich missverstanden und alleine mit
ihrem Problem.
Wir bieten qualifizierte Beratung und Behandlung und konnten im November 2009 auch die erste Therapiegruppe für Onlinesüchtige starten.