NOZ - 03.01.2012
NOZ - 7.1.2012
Wirtschaftliches und Inhaltliches vereint
Diakonische Werke starten mit neuer Struktur
Osnabrück. Liebesheirat, Rotstift, Flaggschiff – solch eine Dichte von Sprachbildern gibt es normalerweise allenfalls beim Dichterwettstreit. Aber das, was die Vertreter der Diakonischen Werke nun im Haus der Kirche präsentierten, fiel auch nicht in die Rubrik „normalerweise“.
Seit Anfang des Jahres sind die Diakonischen Werke in Georgsmarienhütte, Melle und Osnabrück sowie die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Bramsche zum „Diakonischen Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück“ verschmolzen. Dazu gab es eine neue Rechtsform: die gemeinnützige GmbH.
Diese Struktur sei notwendig, um das Gebilde modern zu gestalten, sagte Friedemann Pannen als Vorsitzender des Aufsichtsrats. Die gGmbH verpflichte das Diakonische Werk, wirtschaftlich zu handeln. Das bedeute allerdings nicht, dass die inhaltlichen Schwerpunkte dahinter zurückstünden, ergänzte Geschäftsführer Heiko Grube und unterstrich dies mit dem Merksatz: „Eine Diakonie, die nicht auf Zahlen achtet, ist nicht überlebensfähig. Eine Diakonie, die nur auf Zahlen achtet, wollen wir nicht.“
Tatsächlich sei der Zusammenschluss nicht aus finanzieller Not erwachsen, also nicht „weil der Rotstift drängte“, wie es Grube formulierte. Vielmehr sei der Start der neuen Struktur der „Stapellauf“ des „Flaggschiffs“ für kommende Neuerungen, wie Pannen ausführte. Damit spielte er darauf an, dass demnächst die Reform der Kirchenkreise folge.
Stellen erhaltenDas Diakonische Werk beseitige parallele Strukturen und führe diese zusammen, sagte Geschäftsführer Hinrich Haake. Gleichzeitig blieben alle 150 Stellen der festen Mitarbeiter erhalten. Nur, dass sie künftig gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiteten. „Wir sparen Doppelausgaben ein. Dadurch werden Mittel für Innovationen frei“, sagte Grube.Die Diakonischen Werke stehen laut Haake auch unter neuem Namen dafür, denen zu helfen, die es nötig hätten – und das auf den bekannten Feldern wie beispielsweise Schuldnerberatung, Suchtprävention und Wohnungslosenhilfe. Es sei eine „Liebesheirat“ der Vorgängereinrichtungen gewesen, schloss Grube, und damit war alles gesagt. Bis auf die neue Internetadresse. Die wollte Haake noch schnell nachschieben, geriet aber ins Stocken und brachte sie erst im zweiten Anlauf korrekt heraus. Noch ist eben alles neu.
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