Alcopops

Hintergrund: Das Mischen von hochprozentigem Alkohol und Limonade ist im Grunde genommen nichts Neues. Früher nannte man es Longdrink. Seit Mitte der 1990er Jahre gibt es alkoholische Mischgetränke fertig gemixt auf dem deutschen Markt.

Die Sorten: Die Zahl unterschiedlicher Alcopops ist unübersichtlich, da laufend neue Marken erfunden werden. Die meisten Alcopops lassen sich aber folgenden Sorten zuordnen:

  • Mischgetränke aus destilliertem bzw. hochprozentigem Alkohol und Limonade
  • Bier-Limonade-Mischgetränke
  • Wein-Mischgetränke
  • Bier-Spirituosen-Limonade-Mischgetränke

Daneben gibt es auch Biere mit Aromazusätzen, um den bitteren Geschmack zu überdecken. Den größten Marktanteil nehmen Alcopops aus Spirituosen und süßen Limonaden ein.

Der verdeckte Alkoholgehalt: Durch den Zusatz von Zucker und Aromen wird der Alkoholgeschmack in Alcopops fast vollständig überdeckt. Besonders jungen Menschen und Personen, die noch keinen oder wenig Alkohol trinken, weil er ihnen nicht schmeckt, wird der Einstieg in den Alkoholkonsum somit erleichtert. Doch beim Trinken einer Flasche mit hochprozentigem Alkohol (275 ml, ca. 5,5 Vol.-%) nimmt man rund 12 g reinen Alkohol zu sich. Dem entsprecht in etwa die Menge von zwei Gläsern Tequila (je 2 cl, 38 Vol.-%).

Zusatzstoffe: Alcopops enthalten neben Zucker und Alkohol häufig problematische Konservierungs- und Zusatzstoffe wie Benzoesäure (E210) und Natriumbenzoat (E211), die beide im Verdacht stehen, Allergien auslösen zu können. Darüber hinaus sind Alcopops häufig intensiv mit Farbstoffen und Aromen angereichert.

Folgen des Konsums: Der süße Geschmack der Alcopops verleitet dazu, sie wie Limonade zu trinken. Dies kann dazu führen, dass sehr schnell vergleichsweise große Mengen Alkohol aufgenommen werden. Der Zucker beschleunigt zudem die Alkoholaufnahme im Körper. Junge Menschen, deren Organismus noch nicht daran gewöhnt ist, Alkohol zu verarbeiten, erleben dabei schnell einen riskanten Alkoholrausch.

Aktuellen Studien zufolge sind die bunten Alcopops vor allem unter Jugendlichen beliebt. Seit Einführung der Alcopops sei das durchschnittliche Einstiegsalter in den Alkoholkonsum deutlich gesunken. Somit begünstigen Alcopops schon früh die Gewöhnung an Alkoholika. Wer jedoch früh beginnt Alkohol zu trinken, erhöht die Wahrscheinlichkeit im Verlaufe seines Lebens Alkoholprobleme zu entwickeln.

Mit dem Alkoholkonsum sind weitere Risiken verbunden. So steigt die Tendenz zu risikoreichem Verhalten wie beispielsweise das Fahren unter Alkoholeinfluss. Unkontrolliertes und aggressives Verhalten kann ebenfalls die Folge der enthemmenden Wirkung des Alkohols sein.

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