Alkohol

Alkohol ist unsere Alltags- und Kulturdroge und der mäßige Konsum wird gesellschaftlich akzeptiert. Pro Jahr werden in Deutschland pro Kopf ca. 11 Liter reiner Alkohol konsumiert (rechnerisch ca. 280 Liter Bier), damit liegt Deutschland in der Spitze des Verbrauchs weltweit. Für die Altersgruppe der zwischen 18 und 69 Jährigen geht man in Deutschland von 1,7 Millionen Alkoholabhängigen aus, von 2,7 Millionen mit missbräuchlichem Konsum und von 4,9 Millionen Menschen mit riskantem Konsumverhalten. Männer konsumieren mehr als doppelt so viel Alkohol wie Frauen. Der Trend bei jüngeren Frauen geht zunehmend in Richtung eines stärkeren Konsums. Jährlich werden 40.000 Todesfälle auf Alkoholismus zurückgeführt.

Geschichte: 3. Jahrtausend v.Chr.: Die Sumerer beschrieben auf einer Keilschrifttafel die Herstellung von Bier. Die Griechen und Römer tranken mit Vorliebe Wein. Die Chinesen stellten alkoholische Getränke auf der Grundlage von Reis her. Die Germanen nahmen Met (Honigwein) und Bier zu sich. Bis zum 16. Jhd. war Bier das Grundnahrungsmittel (z. B. Biersuppe zum Frühstück für Kinder und Erwachsene). 17./18. Jhd.: Tee und Kaffee lösten Bier als Standardgetränk ab. 19. Jh.: industrielle Herstellung von Branntwein, starker missbräuchlicher Konsum durch das Proletariat ("Elendsalkoholismus").

Gewinnung: Trinkalkohol wird durch Vergärung bzw. Destillation verschiedener Grundstoffe gewonnen. Unter anderem werden Getreide, Früchte und Zuckerrohr zu seiner Herstellung verwendet. Der Alkoholanteil der daraus entstehenden Getränke ist unterschiedlich.

Eigenschaften, die im Alkohol vereint sind:

  • Nahrungsmittel mit hohem Energiegehalt (1g enthält ca. 7 Kcal)
  • Genussmittel, Bestandteil vieler wohlschmeckender und durstlöschender Getränke
  • Das aktuelle Angebot kennzeichnet Vielfalt, ständige Erhältlichkeit und niedrige Preise
  • Funktionen des Alkohols für viele Menschen:
    - "Problemlöser"
    - Mittel zur Entspannung im Alltag ("Feierabendbier")
    - "Heilmittel" ("Auf diesen Schreck muss ich erst mal einen trinken ...")
    - Symbol des "Erwachsenwerdens" und "Sich-in-der-Gruppe-Beweisens" für Jugendliche

Wirkung: In geringen Mengen hat Alkohol eine enthemmende Wirkung. Typisch ist eine gehobene Stimmung sowie eine gesteigerte Kontaktfreudigkeit. Größere Mengen Alkohol führen zu massiven Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsstörungen. Die Urteilskraft, Koordinationsfähigkeit und Sprache werden zunehmend beeinträchtigt. Schließlich stellt sich Müdigkeit und Benommenheit ein. Bei sehr hohen Dosen kann es sogar zum Koma kommen.

Risiken: Es kann eine psychische und physische Abhängigkeit entstehen. Länger andauernder Alkoholmissbrauch hat die Schädigung der inneren Organe, des Gehirns und des peripheren Nervensystems zur Folge. Neben verschlechterten Konzentrations- und Gedächtnisleistungen kommt es auch zu Persönlichkeitsveränderungen. Im fortgeschrittenen Stadium entstehen mitunter auch Wahnvorstellungen. Am Ende der intellektuellen Degeneration steht das Korsakow-Syndrom.

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