Amphetamin/Methamphetamin
Als Amphetamin werden synthetisch hergestellte Drogen mit anregender Wirkung auf das zentrale Nervensystem bezeichnet. Amphetamin wird als Bestandteil von Medikamenten daher auch in der Behandlung von Narkolepsie und ADHS eingesetzt. Die chemische Bezeichnung des Wirkstoffes lautet (RS)-1-Phenylpropan-2-ylazan. Amphetamin ist die Stammverbindung weiterer strukturähnlicher Drogen, wie z.B. Methamphetamin. Die illegale Herstellung aus verschiedenen Grundstoffen erfolgt in privaten Labors. Da einzelne Gemische stets verschiedene Inhaltsstoffe enthalten und sehr oft mit Streckmitteln angereichert werden, kann niemand vorher einschätzen, wie hoch die Dosierung ist. Die Gefahr einer Überdosierung ist somit entsprechend hoch.
Aufgrund der anregenden und stimulierenden Wirkung werden Amphetamin und seine Derivate oft als Rauschmittel eingesetzt und ist vor allen Dingen in der Partyszene sehr beliebt. Je nach Dosierung und chemischer Struktur können synthetische Designerdrogen aus Amphetamin und/oder Methamphetamin eine aufputschende und/oder halluzinogene Wirkung haben.
Zumeist werden Amphetamin und seine Derivate als weißes, oder eingefärbtes Pulver, aber gelegentlich auch als Pillen, Tabletten oder Kapseln gehandelt.
Häufig wird dieses nasal geschnieft oder geschnupft; in Pillenform geschluckt, oder auch in die Mundschleimhaut eingerieben. Seltener ist eine intravenös - gespritzte Einnahme.
Geschichte
1887 Erste Synthetsierung von Amphetaminen. Kam 1930 als Arzneimittel gegen Schnupfen auf den Markt.
1914 Synthetsierung des als Ecstasy bekannten Methamphetaminderivats MDMA.
1934 Synthese des noch stärker stimulierenden und noch länger wirkenden Methamphetamins. Zusätzlich gegen Leistungsschwäche und Lungenerkrankungen verwendet.
40er Mitte der 40er Jahre häufig verwendet für verschiedenste Medikamente. Aufgrund der schlafverhindernden und stimulierenden Wirkung häufig eingesetzt bei Soldaten im zweiten Weltkrieg. Bei Lastwagenfahrern und Studenten sehr beliebt gewesen. Durch die Zunahme an Abhängigkeitskranken, sowie akuter Entgiftungserscheinungen und Amphetaminpsychosen wurden Verkauf und Verordnung von Amphetaminpräparaten weltweit zunehmend eingeschränkt.
60er Zunehmende Verbreitung von MDMA und MDA als Liebesdroge unter den Hippies in Amerika in der 60er Jahren.
90er Entwicklung eines großen illegalen Marktes, auch aufgrund der neuen Disco- und Partykultur der 90er Jahre. Wegen seiner kommunikations- und kontaktfördernden Wirkung wurde MDMA bis in die 90er Jahre hinein in der Psychotherapie eingesetzt.
Formen
Speed (auch: Pep, Amphe):
Speed wird als weißes-gelbliches Pulver gehandelt und ist weltweit illegal. Dieses wird künstlich hergestellt und enthält in der Regel Amphetamin, Methamphetamin, Ephedrin, Koffein und Verschnittstoffe (die an sich keine Eigenwirkung haben). Es wirkt konzentrations- und leistungssteigernd und kann zu teilweise starken Erregungszuständen führen. Der Wirkstoffgehalt kann zwischen 10 und 80% schwanken.
Ecstasy (auch: E, XTC, Adam):
Ecstasy wird hauptsächlich in Tabletten oder Kapselform konsumiert. Die ursprüngliche Bezeichnung lautet MDMA (3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin). Anders als Speed stehen bei der Wirkung von Ecstasy eine gesteigerte Euphorie und die enthemmende Wirkung, sowie Glücksgefühle im Vordergrund.
Weitere speziellere Formen von Amphetamin und seinen Derivaten sind z.B. „DOM“, welches eine starke Halluzinogene Wirkung hat; oder „Glass“, welches in der Wirkungsweise ungleich stärker ist als Speed.
Wirkung
Amphetamin und deren Derivate werden in der Wirkungsweise zumeist in drei Gruppen unterteilt:
Psychostimulantien (Speed): Euphorie; Rededrang; gesteigertes Selbstvertrauen; entspannte Aufmerksamkeit; Erhöhung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit; Müdigkeits- und Schlafbedürfnis, sowie Appetit und Hungergefühl werden unterdrückt; Anstieg der Pulsfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur; Erweiterung der Bronchien.
Entaktogene (Ecstasy): Gefühl der Selbstakzeptanz und Glück; Verstärktes Selbstvertrauen, angstlösend; Verbesserung der Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit (Enthemmung); Verstärkung von Sinneseindrücken; Verminderung von Schmerzempfinden, sowie Durst- oder Hungegefühle; nach Abklingen der Wirkung Zustand körperlicher Erschöpfung, der von Schlaf- und Konzentrationsstörung, Depressionen und Angstzuständen begleitet werden kann.
Halluzinogene (DOM): Sinnestäuschungen (Veränderung der optischen und akustischen Wahrnehmung); Veränderung der Stimmung und des Denkens; Gedankenspringen.
Risiken
Häufige Unkenntnis von Zusammensetzung und Reinheitsgehalt, sodass Gefahr einer Überdosierung bestehen kann; Häufige aggressive Entgleisungen; Verfolgungswahn und Halluzinationen (eher selten); Vergiftungserscheinungen (Verlangsamung der Herztätigkeit, Herzrasen, erhöhter oder erniedrigter Blutdruck, Schwitzen oder Frösteln, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Verwirrtheit und Krampfanfälle); Flüssigkeitsverlust (durch erhöhte körperliche Aktivität) kann zu Austrocknung und Überhitzung führen; Übelkeit; Mundtrockenheit; Herzklopfen; Unruhe; Verspannung der Kiefermuskeln; Vorwiegend psychisches Abhängigkeitspotential; Bei Dauerkonsum chronische Hirnschäden (oftmals Wortfindungs- und Gedächtnisstörungen, sowie das ständige Wiederholen einer bestimmten Tätigkeit, sowie das Fixieren auf einen bestimmten Gedanken)
<- vorheriger Eintrag "Alkohol" | nächster Eintrag "Arten des Alkoholismus" ->