Co-Abhängigkeit
Personen, die im engsten Vertrauenskreis eines Süchtigen stehen, nennt man im allgemeinen Co-Abhängige. Sie versuchen, den Süchtigen mit allen Mitteln zu unterstützen und vergessen dabei, auf sich selbst und ihre Gesundheit zu achten. Dazu kommt noch, dass diese Hilfe nicht immer von Vorteil für den Kranken ist, ihm sogar sehr schaden kann.Die Co-Abhängigkeit beruht in erster Linie auf den Sorgen und Lasten, die durch die Sucht des Kranken hervorgerufen werden. Meistens versuchen Co-Abhängige, den Süchtigen aus der Sucht zu befreien und ihm das Leben zu erleichtern, sei es, dass sie jegliche Möglichkeit des Konsums und der Beschaffung von Alkohol unterbinden, oder genau das Gegenteil, dass sie die Beschaffung übernehmen. Auch versuchen Co-Abhängige, die Sucht zu verheimlichen und zu vertuschen, mit der Folge, dass sich die Familie immer mehr aus dem öffentlichen Leben zurückzieht und versucht, soweit wie möglich autark zu leben. Selbst wenn der Süchtige sich in der Öffentlichkeit daneben benimmt, wird er von seiner Familie in Schutz genommen und entschuldigt. Dieses In-Schutz-nehmen geht teilweise so weit, dass aus Verzweiflung versucht wird, den Süchtigen vor Strafen und Gefängnis zu schützen, ihm falsche Alibis gegeben oder Falschaussagen gemacht werden. Aber so ein Verhalten ist keine wirkliche Hilfe für den Süchtigen. Durch das In-Schutz-nehmen wird ihm leider nicht bewusst, wie schlimm es um ihn und seine Sucht bestellt ist, und der Co-Abhängige selbst gerät immer mehr in psychische, körperliche und finanzielle Probleme.Für den Co-Abhängigen muss die Lebensdevise lauten "Hilfe durch Nichthilfe", was bedeutet, dass der Kranke die Konsequenzen seines Verhaltens selbst verantworten muss. Nur so kann er zu einer Krankheitseinsicht gelangen. Helfen im traditionellen Sinne kann der Angehörige erst, wenn der Kranke von sich aus und mit ganzem Willen von seiner Abhängigkeit loskommen will.
Tipps, um einer Co-Abhängigkeit vorzubeugen:
- Sofort flüchten, wenn der Süchtige Gewalt androht!
- Hilfe aufsuchen! In allen Drogenberatungsstellen wird stets auch Hilfe für Co-Abhängige angeboten.
- Auf sich selbst achten und Zeit für sich selbst nehmen!
- Keine Suchtmittel verstecken oder den Konsum des Abhängigen kontrollieren!
- Ich kann den Abhängigen nicht von seiner Sucht befreien und lasse ihn daher in Ruhe! Ich habe aber die Möglichkeit, ihm Informationen über Drogenberatungsstellen und Therapieeinrichtungen zu besorgen.
- Ich bin nicht schuld an der Sucht!
- Verbale Angriffe und Kränkungen lasse ich nicht an mich heran! Der Süchtige ist krankund kann durch die Abhängigkeit die Kontrolle über sich verlieren.
- Auch ich habe das Recht, glücklich zu sein und mich wohl zu fühlen!
- Ich kann den Süchtigen alleine lassen und muss nicht immer Rücksicht auf ihn nehmen!
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