Internetsucht
Begriff: Für viele Menschen ist das Medium Internet ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags, sei es zum Abrufen von E-Mails, zum Online-Shopping oder bei der Suche nach Informationen. Manche Personen zeigen jedoch ein extremes Nutzungsverhalten, das einen Großteil oder sogar die gesamte Freizeit beansprucht. Dieses Verhalten kann suchtähnliche Anzeichen aufweisen, weshalb auch von „Internetsucht“ gesprochen wird. Allerdings ist die Bezeichnung keine offizielle Diagnose. Der Internetsucht wird bislang nicht der Status einer eigenständigen Verhaltenssucht zugesprochen. Expertinnen und Experten sind sich noch nicht einig darüber, ob es eine eigenständige Internetsucht überhaupt gibt oder ob diesem Phänomen in den meisten Fällen nicht doch andere Erkrankungen zugrunde liegen und das vordergründige exzessive Verhalten nur als Symptom dessen zu werten ist.
Wichtig ist es daher, zunächst zu unterscheiden, ob eine Person vom Internet an sich abhängig ist oder ob das Internet lediglich als Medium für andere exzessive Verhaltensweisen genutzt wird. Es gibt Fallbeispiele in denen Personen das Internet für exzessives Computerspielen oder für Glücksspiele nutzen. In diesen Fällen ist eher von einer Computerspielsucht oder Glücksspielsucht auszugehen, das Internet wird lediglich als Plattform für das exzessive Verhalten genutzt.
Da das Internet eher als eine Art Überbegriff für verschiedenste Nutzungsmöglichkeiten zu sehen ist, werden verschiedene Internet-Anwendungen unterschieden, bei denen extreme Nutzungsmuster beobachtet werden können. Diese sind:
- Pornografische Inhalte
- Suche nach sozialen Kontakten
- Online-Glücksspiele oder Online-Handel
- Exzessive Informationssuche
- Online-Computerspiele