NOZ - Osnabrücker Land 22.8.09
Zweifelsfreier Nachweis des Alkoholkonsums
b.r. Georgsmarienhütte. „Dass ich nicht mehr trinke, glaubt mir bei der MPU sowieso keiner.“ Diesen Stoßseufzer dürfte manch ein Alkoholsünder ausgestoßen haben, der auf dem trockenen Wege seinen Führerschein zurückhaben wollte. Seit dem 1. Juli gibt es einen zweifelsfreien Nachweis des Alkoholkonsums, den ETG-Test.
Ein wichtiges Kriterium zum Bestehen der MPU (Medizinisch-psychologische Untersuchung) zur Fahrerlaubnis ist die Alkoholabstinenz. Schließlich gefährden Abhängigkeit und fahrlässiges Verhalten alle Verkehrsteilnehmer. „Häufig gab es Probleme mit der bisherigen Methode der Leberwertekontrolle, da diese Parameter auch nicht alkoholische Ursachen haben können“, erläutert Silke Oldershaw, Verkehrspsychologin des Diakonieverbundes Sucht.
ETG (Ethylglucuronid) ist ein Abbauprodukt von Alkohol, das deutlich langsamer ausgeschieden wird als Alkohol. So kann der Konsum einer halben Flasche Bier (zehn Gramm reiner Alkohol) möglicherweise noch nach drei Tagen nachgewiesen werden. „ETG ist das sicherste Verfahren für alle, die dem Gutachter ihre Abstinenz zweifelsfrei beweisen möchten“, sagt Silke Oldershaw.