FridA - Frauen in der Abhängigkeit
Adresse:
Parkstr. 19
49080 Osnabrück
Tel.:05 41/ 60 07 98 09
Mail: simone.entrup@
diakonie-os.de
Sprechzeiten:
- Montag, Freitag: 09.00 Uhr - 12.00 Uhr
- Mitwoch, Donnerstag: 13.00 Uhr - 15.00 Uhr
Abhängige Frauen - ausgestoßen und unverstanden
Gefühle von Angst, Hilflosigkeit und Scham, versagt zu haben, die in sie gesteckten Erwartungen nicht zu erfüllen und nahe stehende Menschen enttäuscht zu haben sind bei Abhängigen oft groß. Für Frauen trifft dies häufig besonders zu, insbesondere wenn sie sich prostituieren oder Kinder haben. Eine drogenabhängige Mutter, die sich prostituiert, um ihren Konsum zu finanzieren, schreibt über sich in einem Brief:
„Ich bin eine Hure geworden, die aus Geldgier/Geldnot ihren Körper verkauft, um die Drogen zu bezahlen. Mit dem Heroin betäube ich die Gedanken, eine Hure zu sein…“.
Obwohl wir immer versuchen, auf die Frauen z.B. durch die Nachtstreetwork auf dem Drogenstrich und besondere frauenspezifische Angebote zuzugehen, fällt es ihnen oft schwer, diese Angebote in Anspruch zu nehmen, weil z. B. im Café Connection der Männer-Anteil bei über 70 % liegt. Frauen haben hier schnell das Gefühl, beobachtet, stigmatisiert und abgewertet zu werden.
"FridA" gibt Frauen einen Ort, an dem sie sich nicht vor anderen rechtfertigen müssen, sich nicht beobachtet fühlen und andere Frauen treffen, die vielleicht ähnliche Erfahrungen selbst gemacht haben. Hier kann es deshalb Frauen leichter fallen , sich nicht nur mit ihrer Suchtproblematik auseinander zu setzen, sondern auch in einem geschützten Rahmen sich über ihre Gefühle zu äußern und Vertrauen zu gewinnen.
Kontakt: suchtberatung@
diakonie-os.de oder über unsere Onlineberatung.
Kunsttherapeutische Angebote
Hierbei geht es nicht darum, künstlerische Techniken zu erwerben oder schöne Bilder zu malen, vielmehr geht es darum, die Malende zu unterstützen, durch das Malen auszudrücken, was sie bewegt.
Entspannungsgruppen
Abhängig zu sein bedeutet Stress, der Versuch, die Abhängigkeit vor Verwandten und Freunden zu verleugnen oder der Stress, genügend Geld für Drogen zu haben und diese zu beschaffen. Bei den Entspannungsübungen gehen es darum, wieder ein Gefühl für den eigenen Körper und Geist zu bekommen, sich auf sich selbst konzentrieren und sich akzeptieren zu können
Gemeinsame Kochangebote, Ernähungsberatung
Die Ernährung spielt bei Abhängigen eine untergeordnete Rolle. Wieder auf die Ernährung zu achten und Spaß und Freude am gemeinsamen Kochen zu gewinnen ist Ziel dieses Angebotes. Weiterhin besteht hier die Möglichkeit ehrenamtliche Frauen zu gewinnen, die bereit sind, mit suchtabhängigen Frauen gemeinsam zu kochen, zu essen und sich auszutauschen. Denkbar wäre hier auch eine Ernährungsberaterin von einer Krankenkasse für dieses Projekt zu gewinnen.
Schwangerenberatung
Wie konnte ich nur so unverantwortlich sein, trotz meiner Abhängigkeit schwanger zu werden. Diese Fragen stellen sich viele suchtkranke Frauen und schämen sich deshalb häufig, in eine allgemeine Schwangerschaftsberatungsstelle zu gehen, insbesondere da man ihnen häufig schon von außen ansieht, dass sie krank sind. Hier begegnen ihnen Frauen die sie verstehen und vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Erziehungsberatung/Spieleangebote für Kinder
Im ungezwungenen Rahmen den Frauen die Möglichkeit zu geben, sich über die Erziehung ihrer Kinder mit anderen zu beraten. Gleichzeitig das Angebot für ihre Kinder, dort mit zur Verfügung gestelltem Spielzeug ungezwungen zu spielen und zu toben. Eine Vernetzung und eine Kooperation mit Trägern der Jugendhilfe bzw. unseres Kinderprojektes Auryn wäre denkbar.
Frauenbüro
Hier hätten die Frauen die Möglichkeit, am Computer Lebensläufe, Bewerbungen zu schreiben, ins Internet zu gehen oder sich vorzubilden.
Schuldnerinnenberatung
Schuldnerberatungsstellen sind häufig sehr stark frequentiert, einen Termin bekommt man oftmals erst in ein paar Wochen. Besonders Mütter mit Kindern haben es schwer, dies entsprechend für sich einzurichten. Auch hier wäre es wünschenswert, eine Schuldnerberaterin vielleicht für einen Abendtermin im Monat für den Frauentreff zu gewinnen.
Themen-Abende
Hier soll es darum gehen, bestimmte Themen wie Sexualität, HIV- und Hepatitis-Schutz, Kindererziehung, Bewerbertraining und ähnliche Themen anzubieten und adäquate Gesprächspartner zu finden.
Selbsthilfegruppen
Hilfe zur Selbsthilfe ist eine wichtige Säule in der Behandlung mit Suchtkranken. Hier könnten Frauen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, um eigene Gruppenangebote zu entwickeln und eigenständige Gruppenangebote durchzuführen.
Präventionsarbeit für Mädchen
Durch die viele Präventionsarbeit, die wir in den letzten Jahren durchgeführt haben, ist die Wichtigkeit geschlechtsspezifischer Präventionsprojekte deutlich geworden. So fällt es z. B. leichter, Jungen über freizeitpädagogische Maßnahmen wie Kletterwald, Skaterpark oder ähnliches anzusprechen, während sich Mädchen häufig eher in einer ruhigeren Atmosphäre öffnen können. Der Frauentreff würde Möglichkeiten bieten, für Mädchen primäre und sekundäre Präventionsangebote anzubieten. Wie wichtig dies ist, ist uns z. B. in dem Präventionsprojekt „SpidS Suchtprävention in den Schulen“ deutlich geworden. Hier ist uns aufgefallen, dass Mädchen viel früher als Jungen anfangen, Problematiken zu entwickeln. So beginnen sie eher mit dem Rauchen oder es entwickeln sich Essstörungen bei ihnen. Durch gezielte Arbeit verbal oder mit anderen Medien ist es leichter, in einer ruhigen und freundlichen Atmosphäre die Mädchen zu erreichen und ansprechen, um damit einer sich entwickelnden Suchtproblematik vorzubeugen.
