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Belm fordert Rauchverbot in Spielhallen

19.11.2018
Der Präventionsrat der Gemeinde Belm fordert ein Rauchverbot in Spielotheken. Foto: Arne Dedert/dpa

Der Präventionsrat der Gemeinde Belm fordert ein Rauchverbot in Spielotheken. Foto: Arne Dedert/dpa

Von Hendrik Steinkuhl

Belm. Der Belmer Präventionsrat hat sich in seiner aktuellen Sitzung mit dem Thema Glücksspiel und der vorläufigen Kriminalitätsstatistik der Gemeinde für das Jahr 2018 befasst. Um der wachsenden Spielsucht entgegenzutreten, wendet sich die Kommune nun an die zuständigen Ministerien.

Zwei Spielhallen gibt es in der Gemeinde Belm; nicht zum ersten Mal wies Belms Bürgermeister Viktor Hermeler darauf hin, dass dort enorme Umsätze gemacht werden, was Hermeler an den Vergnügungssteuereinnahmen ablesen kann. „Und wir nehmen immer den steuerlichen Höchstsatz, aber der entfaltet keine Wirkung.“

Nicole Müller, Sozialpädagogin beim Diakonischen Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück, lieferte dafür eine mögliche Erklärung: „Die Spielsucht in Deutschland nimmt zu.“ Die Suchtexpertin veranschaulichte in ihrem Vortrag, welche Ausmaße das Glücksspiel hat und wie sehr Menschen davon abhängig werden können. „Neulich saß ein Betroffener in meinem Büro und meinte, ich müsse den Klingelton von meinem Telefon ändern. Das würde ihn an das Geräusch eines Spielautomaten erinnern und sofort triggern.“

Anerkennung in der Gesellschaft fehlt

Spielsucht, so Müller, sei eine schwere Krankheit, die gleichwohl in der Gesellschaft nicht als solche anerkannt sei. Für Alkoholismus gebe es ein gewisses Verständnis – Glücksspielsucht aber würden die wenigsten ernst nehmen, der ewig gleiche Ratschlag an die Betroffenen laute deshalb: „Geh da doch einfach nicht mehr rein!“

Wie groß die Anziehungskraft des Glücksspiels ist, wusste auch Rainer Kuhlmann zu berichten, der im Fachdienst Ordnung der Belmer Verwaltung Ansprechpartner für das Thema Sucht und Suchtprävention ist: „Die beiden Spielhallen bei uns in der Gemeinde öffnen um 9 Uhr, und dann stehen immer schon einige vor der Tür, die unbedingt rein wollen.“

Um Glücksspiel einzudämmen, gibt es laut Nicole Müller ein besonders wirksames Mittel – und zwar ein Rauchverbot. Wer gezwungen sei, zum Rauchen die Spielhalle zu verlassen, der tritt im Durchschnitt auch deutlich früher den Heimweg an. In einer abschließenden Diskussion war man sich im Präventionsrat einig, in einem Brief an die zuständigen Ministerien ein solches Rauchverbot und darüber hinaus ein Werbeverbot für die staatlich betriebenen Casinos zu fordern.

Rohheitsdelikte signifikant rückläufig

Im zweiten Teil der Sitzung berichtete Onur Dogan, seit einigen Monaten neuer Dienststellenleiter der Belmer Polizei, über die vorläufige Kriminalitätsstatistik des laufenden Jahres. Die abschließende Statistik wird dann traditionsgemäß im Frühjahr 2019 vorgestellt. Für 2018 ist die Gesamtzahl der Straftaten laut Dogan leicht rückläufig. Allerdings befinde man sich nun in der dunklen Jahreszeit, was durchaus noch zu Änderungen führen könne.

Signifikant rückgängig seien vor allem die sogenannten Rohheitsdelikte, also etwa Körperverletzungen oder Raub. Leicht rückläufig sei auch die Zahl der Diebstähle. Deutlich zugenommen hätten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz – doch dafür gebe es laut Dogan eine beruhigende Erklärung: „Das liegt ausschließlich daran, dass wir deutlich mehr kontrolliert haben.“

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